Drohender Klima-Kollaps noch abzuwenden?

Gut gelaunt in die Katastrophe?

Tolle Musikanten auf sinkendem Schiff

Als die Titanic sank, spielte die Kapelle bis zuletzt. »Näher, mein Gott, zu Dir« soll der letzte Titel gelautet haben. Doch die Musik hielt die Wasser nicht auf. Wird jetzt das große Live Earth-Konzert die Klimakatastrophe aufhalten?


Auch in Sachen Klimakatastrophe wird »Ein wenig Fahrt rausnehmen« nicht genügen, wenn das Schiff mit voller Kraft in die falsche Richtung fährt. Der Bremsweg eines Ozeanriesen ist viele Kilometer lang.


Am 7.7.07 soll es stattfinden - in sieben Weltstädten gleichzeitig. 24 Stunden lang werden 100 namhafte Rock- und Popstars vor mehr als zwei Milliarden Menschen für den Umweltschutz singen. »Live Earth« wird damit seine Vorgänger »Live Aid« (1985) und »Live Eight« (2005) in den Schatten stellen, mit denen der Hunger in der Welt bekämpft und die Verschuldung der ärmsten Länder beendet werden sollte. Als Werbezugpferd und Gallionsfigur tritt der US-Politiker Al Gore auf die Bühne, der soeben für seinen Dokumentarfilm zum Klimawandel (»Eine unbequeme Wahrheit«) einen Oscar erhalten hat.

Besteht also doch noch Hoffnung für die Mutter Erde? Wird die drohende Klimakatastrophe in letzter Minute noch abgewendet? Oder rast das Schiff trotz Musikkapelle weiter auf den Eisberg zu?

Wenn man die Politiker so reden hört, die plötzlich alle zu Fachleuten für »Klimaschutz« (welch verharmlosendes Wort!) geworden sind, nachdem sie das Thema 30 Jahre lang ignoriert haben, dann könnte einem schon der Spruch in den Sinn kommen: »Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff!«

Titanic-Vergleich naheliegend

Der nahe liegende Titanic-Vergleich wird auch in der Presse bemüht, etwa im Flensburger Tageblatt: »Jahrelang haben sich Politiker und Wirtschaftskapitäne weltweit verhalten wie das Personal an Bord des legendären Luxusliners kurz nach dem Zusammenstoß: Solch ein kleiner Eisberg kann dem stolzen Schiff doch keinen ernsthaften Schaden zufügen. Anders als die übermütig gestimmte Kommandozentrale der Titanic aber wissen wir, dass der jetzige Klima-Kurs in den weltweiten Untergang führt. Wir können, nein: wir müssen ein wenig Fahrt rausnehmen und uns gewissenhaft überlegen, welche Richtung wir einschlagen wollen.«
Das klingt immer noch sehr gemütlich. »Ein wenig Fahrt rausnehmen« wird eben nicht genügen, wenn das Schiff mit voller Kraft in die falsche Richtung fährt. Der Bremsweg eines Ozeanriesens ist viele Kilometer lang. Und der Rückwärtsgang ist noch lange nicht eingelegt, im Gegenteil: Die Politiker begnügen sich tatsächlich damit hie und da »etwas Fahrt rauszunehmen« - und verkaufen uns das dann als die »große Wende«.

Grundsätzliches Umdenken fehlt

Rückwärtsgang, das würde heißen: ein grundsätzliches Umdenken. Davon ist kaum etwas zu spüren. Statt dessen streitet man sich um Energiespar-Lampen oder um 10 Gramm Schadstoffausstoß bei Autos auf 100 Kilometer mehr oder weniger. Alles wünschenswert und längst überfällig. Aber warum redet kaum jemand davon, dass es eine Maßnahme gäbe, mit der man auf einen Schlag die vom Menschen verursachten Treibhaus-Emissionen in einem Umfang verringern könnte, der denjenigen des gesamten Verkehrsaufkommens auf unserem Planeten noch übertreffen würde? Diese Maßnahme wäre der Verzicht auf die Massentierhaltung.

Effektivster Klimaschutz: Weg vom Fleischkonsum

Dies hat nämlich die Welternährungsorganisation FAO festgestellt: Allein durch die Viehzucht verursacht der Mensch mehr Umweltschmutz als durch den gesamten globalen Verkehr. 1,5 Milliarden Rinder sowie Milliarden anderer Masttiere stoßen das höchst aggressive Treibhausgas Methan aus; für ihre Fütterung wird ein Drittel der Weltgetreideernte verwendet; für diese Ernte wiederum und für Viehweiden wird Regenwald abgeholzt, wird Treibstoff verbraucht, werden Dünger und Pestizide energieaufwändig hergestellt usw.

Immerhin werden solche Stimmen jetzt immer lauter. Als »Klimakiller ersten Ranges« bezeichnet DIE ZEIT (18.1.07) die Viehzucht. »Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten«, empfiehlt Ralf Conrad, Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Denn an der »Methanschraube« zu drehen, bringe schneller einen positiven Effekt, als die Kohlendioxidbelastung verringern zu wollen: »Der Methan-Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwas acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte.« Und sogar der bayerische Umweltminister Schnappauf rät: »Als Beitrag zum Klimaschutz einmal in der Woche auf Fleisch verzichten.«
Weshalb nur einmal pro Woche? Jetzt spricht man endlich einm al über eine Maßnahme, die rasch und effektiv helfen könnte - und die Politiker nehmen wieder nur »ein wenig Fahrt raus«. Aus Angst vor der Fleischlobby? Oder weil sie selber noch gern nach der Sonntagsmesse ihren Sonntagsbraten verzehren?
Für einen letzten Rettungsversuch reichen keine äußeren Maßnahmen oder symbolischen Gesten. Es geht um das Verhältnis des Menschen zur Natur insgesamt. Es geht um das Mitgefühl für unsere gequälten Mitgeschöpfe, die Tiere - und um das entsprechende befreiende Handeln. Solange Menschen gegeneinander Krieg führen und vor allem auch gegen die Natur und die Tiere, kann sich die Mutter Erde gar nicht erholen.

Lebensrettend: Bewusstseinswandel

Vereinzelt haben Wissenschaftler und Philosophen schon vor 30 Jahren einen grundlegenden Bewusstseinswandel angemahnt. Und auch der Gottesgeist hat gewarnt, so wie er es zu allen Zeiten tat: durch das Prophetische Wort. Die Warnungen wurden in den Wind geschlagen - gerade von denen, die sich heute als »Umweltschützer« ersten Ranges zu profilieren versuchen: von den Kirchen. Die Kirchen haben 30 Jahre lang diejenigen, die vor der Ka-tastrophe gewarnt haben, als »Endzeitapostel« verleumdet. Sie haben aber auch zuvor über Jahrtausende den Menschen das Mitgefühl für Natur und Tiere als »heidnischen Pantheismus« ausgetrieben, haben Tieren die Seele abgesprochen und die Natur als »Sache« verachtet, die der Mensch als »Krone der Schöpfung« nicht zu seinem angeblichen Seelenheil benötigt.
Wer Näheres über die Warnungen des Gottesgeistes und die Reaktion der Kirchen erfahren möchte, dem sei das Buch »Der Schattenwelt neue Kleider - die Inquisition der Jetztzeit - Klimawandel: Gott hat rechtzeitig gewarnt« empfohlen.
Vor 30 Jahren hätte noch vieles in die Wege geleitet werden können. Jetzt ist die Titanic tatsächlich - das Flensburger Tageblatt sieht es wohl richtig - schon auf den Eisberg gelaufen. Es kann bestenfalls noch um Schadensbegrenzung gehen. Aber auch dafür wäre ein grundlegender Bewusstseinswandel noch immer hilfreich und lebensrettend - wenn nicht für den Menschen, dann für seine Seele.


Die Katastrophen nehmen zu.
Aktuelle Meldungen finden Sie unter

www.erdkatastrophen.de


(C) 2005 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken