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Lutheraner sucht päpstlichen Segen |
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Günther Beckstein, frischgebackener erster Protestant auf dem Sessel des bayerischen Ministerpräsidenten, scheint seine Wahlchancen für Herbst 2008 noch recht kritisch zu sehen. Um den »Geburtsfehler« seiner lutheranischen Konfession auszugleichen, gibt es offenbar nur eine Möglichkeit: Ein Papst-Segen muss her!
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Luther lehrte über den Papst: »Der Papst ist ein Teufel!«
Und der kath. Katechismus schickt Lutheraner in die Hölle. Seltsam also dieser »Segen«... |
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Und so pilgerte der Franke Beckstein gleich nach seiner Kür im Landtag als erstes - nach Rom!
Dem Radio Vatikan teilte er bereits vorab so manches Erquickliche für die päpstlichen Ohren (und diejenigen der katholischen CSU-Wähler) mit: Er setze darauf, dass ein Papst aus Bayern »die volkskirchlichen Strukturen in Bayern massiv stärkt.« Er sei »sehr dankbar, dass wir in Bayern eine katholische Volkskirche haben. Das ist ein großer Segen für unser Land, denn dadurch ist der Egoismus nicht so stark wie in anderen Bereichen ...«
Schön wär's. Wenn Egoismus bedeutet, anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen, obwohl man selbst steinreich ist, dann ist die Kirche tatsächlich ein echter Vorreiter, auf den man zählen kann. Allein im Jahr 2002 (und inzwischen dürfte es noch mehr sein) zahlte der bayerische Staat fast 86 Millionen Euro an die beiden Großkirchen: 655 000 Euro z.B. für die Gehälter der sieben katholischen Bischöfe und Erzbischöfe, 99 000 Euro an Zulagen für die 12 Weihbischöfe, 737 000 Euro für die Gehälter von 14 Dignitären, 3.914 000 für 60 Kanoniker usw. Selbst der Weihrauch für Dompfarreien wird vom Staat bezahlt. (1)
Aber so ist das seit Karl dem »Großen«, der fleißig den Kirchenzehnt eintreiben ließ und dafür vom Papst die Kaiserkrone aufs Haupt bekam. Der mittelalterliche Reflex, sich - Demokratie hin oder her - die »himmlische« Legitimierung in Rom abzuholen, scheint noch immer im Unterbewusstsein unserer Politiker herumzuspuken.
Bleibt zu hoffen, dass die angestrebte »massive Stärkung volkskirchlicher Strukturen« nicht dazu führt, dass der Filz zwischen Staat und Kirche in Bayern noch weiter zunimmt und religiöse Minderheiten durch bayerische Behörden und den bayerischen »Schwarzfunk« noch häufiger diskriminiert werden als ohnehin schon.
(1) Näheres hierzu: www.spart-euch-die-kirche.de
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Papst will Klima retten Sexualverbrechen von Priestern und der Vatikan
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