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»Wir sind nicht Papst!« |
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Die Äußerungen von Papst Ratzinger zum Islam sorgten weltweit für große Aufregung. Muslime in aller Welt glaubten darin einen Angriff des Christentums auf ihre Religion zu erkennen. Doch dies ist ein Irrtum: Der Stuhl Petri spricht nicht für das Christentum, sondern nur für die äußere Machtorganisation Vatikan, die mit dem großen Weisheitslehrer und Propheten Jesus nichts zu tun hat. Deshalb schrieben Urchristen im Universellen Leben, die sich Jesus, dem Christus, verbunden fühlen und nachfolgen, einen Brief an zahlreiche muslimische Organisationen im In- und Ausland.
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Zwischen 1096 und 1291 fanden auf Betreiben der Päpste sieben Kreuzzüge ins »Heilige Land« statt, die nach Schätzung des Schriftstellers Hans Wollschläger (»Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem«) insgesamt 22 Millionen Menschen das Leben kosteten. Bei der Eroberung Jerusalems (1099) wurden etwa 70.000 Juden und Muslime im Blutrausch umgebracht - die gesamte Einwohnerschaft der Stadt. Das christliche Abendland hat durch die Kreuzzüge unsägliches Leid unter die moslemischen Völker gebracht. Doch schon bald wurde der Begriff Kreuzzug nicht nur auf Kriege gegen Nichtchristen anderer Länder ausgeweitet, sondern auch gegen von der Kirche als »Ketzer« betrachtete Menschen - so wie die urchristliche Gemeinschaft der Katharer.
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Brief von Urchristen an muslimische Organisationen |
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»Wir wenden uns heute an Sie aufgrund der aktuellen Debatte über die Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zum Thema Islam und Christentum. Wir sind Urchristen, die sich der ursprünglichen Lehre des Jesus von Nazareth verpflichtet fühlen, der jegliche Gewalt ablehnte. Als solche empfinden wir es als einen Skandal, dass der Vorsitzende der Vatikankirche sich anmaßt, im Namen des Jesus von Nazareth über andere Religionen ein Urteil zu sprechen. Wir distanzieren uns daher als Urchristen vom Vatikan. Ausgerechnet der Vatikan macht solche Aussagen. Es geht nicht allein darum, dass Papst Ratzinger einen byzantinischen Kaiser zitiert hat, ohne sich im selben Atemzug von dessen ausschließlich negativem Urteil über den Islam zu distanzieren. Dieses Versäumnis hat er ja inzwischen immerhin bedauert.
Blutige Vergangenheit der Vatikankirche
Es ist aus unserer Sicht auch genauso wenig hinnehmbar, dass der Papst den Eindruck erweckt, seine Religion habe sozusagen die Gewaltlosigkeit gepachtet. Das trifft weder für die oströmische Kirche zu, deren Kaiser vielfach Eroberer waren und urchristliche Minderheiten wie z.B. die Bogumilen auf dem Balkan blutig unterdrückten. Es trifft vor allem auf die Vatikankirche selbst nicht zu, deren äußerst blutige Vergangenheit Herr Ratzinger mit keinem Wort erwähnte. Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen, die Eroberung Amerikas... Krieg und Terror im Namen Gottes haben die Vertreter der römischen Kirche schon vor Jahrhunderten in die Welt gebracht. Und selbst im 20. Jahrhundert hatten sie dabei ihre Hände im Spiel, sei es beim Völkermord an den orthodoxen Serben im katholischen Kroatien (1941-43), beim Völkermord in Ruanda (1994) oder bei den blutigen »Säuberungen« in Argentinien (1976-83).
Von wegen Vernunft: Kirchendogmen voller irrationaler Elemente
Außerdem hat sich die Vatikankirche in ihrem Katechismus bis heute nicht vom »gerechten Krieg« verabschiedet. Ebenso schönrednerisch, ja heuchlerisch, ist es, wenn der oberste Vertreter des Vatikans für seine Kirche in Anspruch nimmt, eine Religion der Vernunft zu predigen. In der Antike hat die Romkirche die griechisch-antike Philosophie als »heidnisch« bekämpft und viele ihrer Vertreter umgebracht. Die Dogmen der katholischen Kirche strotzen nur so von irrationalen Elementen. Wir Urchristen glauben auch, dass Gottes Gesetze nicht der Vernunft widersprechen. Doch gerade deshalb können wir z.B. das Dogma der Dreifaltigkeit, wonach Gott-Vater, Christus und der Heilige Geist ein und dieselbe »Person« sein sollen, nicht für wahr halten. Die Vatikankirche hat in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Tod fast alles, was Er hinterlassen hat, in das genaue Gegenteil verkehrt. Jesus gründete keine kirchliche Institution und setzte keine Priester ein. Die Romkirche jedoch etablierte sich als hierarchische Machtkirche mit einem einzigen Oberhaupt an der Spitze, das sich mit heidnischen Titeln und Insignien schmückt. »Pontifex maximus« etwa ist der Titel des obersten römischen Heidenpriesters. All das ist kein Zufall.
Wir Urchristen halten uns an die Zehn Gebote und an die ursprüngliche Lehre des Nazareners, vor allem an die Bergpredigt. Vor allem wollen wir festhalten: Papst Joseph Ratzinger kann zwar für die Vatikankirche sprechen, nicht aber für das Christentum oder für Christus. Denn dessen Lehre hat seine Kirche schon vor 1800 Jahren verraten und verkauft.
Näheres zu diesem Thema finden Sie in einem Buch, in dem wir vor kurzem der Frage nachgegangen sind: »Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?« Wir haben Ihnen ein Exemplar des ersten Bandes beigelegt.
Mit freundlichen Grüßen...«
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?
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Druckbare Version
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Bei Kirchenkritik: Hausdurchsuchung! Wegen Sex-Skandal?
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