Fleischkonsum: Ursache des Hungers in der 3. Welt

Nun ist es bald wieder da, das größte Schlachtfest des Jahres: Weihnachten! Die Tiermäster, die man auch als Tierghetto-Wärter bezeichnen kann, haben gezielt auf dieses Kirchenfest hin Milliarden Tiere zum Mästen auf eng-sten Raum in meist fensterlosen Massenställen zusammengedrängt. Die Schlachthöfe werden rund um die Uhr zu tun haben, um diesen zusätzlichen Tierberg »abzuarbeiten«. In den Supermärkten werden die Fleischtheken wieder überquellen, damit jeder Familie ihr festlicher Weihnachtsbraten gesichert ist, während gleichzeitig in der Dritten Welt Millionen an Hunger sterben.

Der FAO-Generaldirektor Jaques Diouf fragte bei einem Festakt zum Welternährungstag: »Warum gehen 854 Millionen Menschen noch immer hungrig schlafen, wenn unser Planet genügend Nahrung für die Weltbevölkerung produziert?« - Eine gute Frage! Die Antwort ist einfach und will trotzdem von fast niemandem gehört werden: Der Hunger in der Dritten Welt ist eine direkte Folge des Fleischkonsums in den Industrieländern. Denn mit einem Großteil der Ernten aus der 3. Welt werden in den Industrieländern die geschundenen Tiere gemästet. Doch statt das Übel an der Wurzel zu packen und Vegetarier zu werden, sammeln und betteln die Kirchen auf Plakaten, in Anzeigen und Werbespots für die Hungernden in der 3. Welt.

Das ist sicher gut für das Image der Kirche. Es ist sicher positiv, wenn den Ärmsten der Armen geholfen wird und die Menschen in unserem Land ein Herz für ihren Nächsten haben und dafür Geld spenden. Doch man muss sich doch die Frage gefallen lassen, ob das nicht im Grunde purer Sarkasmus ist?

Wenn man genauer hinsieht, ist die Kirche sogar für den Hunger in der Welt mitverantwortlich. Sie fragen, was denn die Kirche damit zu tun habe?

Denken wir einmal nach: Was ist denn die moralische Grundlage, für die Tierausbeutung und in ihrer Folge auch die beschriebene Hungerkatastrophe? Ist es nicht die Kirche, die den Tieren bis heute die Seele abspricht, damit niemand ein schlechtes Gewissen haben soll, wenn er Fleisch isst, Tiere mästet und tötet? -

Im katholischen Katechismus von 1993 ist nachzulesen: »Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen.« (Nr. 2417) Und: »Man darf Tieren nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.« (Nr. 2418)
Jesus von Nazareth, seine Jünger und die ersten Christen in den Urgemeinden lebten vegetarisch. Metzger und Jäger wurden nicht in die Urgemeinde aufgenommen. Doch als im 4. Jahrhundert Hieronymus im Auftrag des römischen Papstes die Bibel zusammenstellte, wurde die Tierliebe Jesu rausgestrichen. Und dies, obwohl Hieronymus in seinen Briefen zugibt, dass Jesus seinen Nachfolgern das Fleischessen klar untersagte (siehe dazu Gratisbroschüre »Die Bibel ist gefälscht«, www.das-wort.com).

Haben Sie, liebe Leser, je gehört, dass die Kirchen ihre Gläubigen zum Fleischverzicht aufrufen, damit die Menschen in der Dritten Welt genug zu essen haben? Nein! Ganz im Gegenteil: Die Kirchen bejahen und unterstützen durch ihr Vorbild die Schlachtfeste zu Weihnachten und zu Ostern und organisieren gleichzeitig scheinheilige Sammlungen für die Hungernden.

Doch es kommt noch dicker: Papst Ratzinger alias Benedikt XVI. machte in einer Grußbotschaft zu einem Festakt der UN zum Welternährungstag auf das Schicksal von hungernden Kinder aufmerksam: »Ihnen das Recht auf Nahrung zu verweigern, bedeutet eine klare Verletzung der Menschenwürde«.
Ist diese Doppelzüngigkeit noch zu übertreffen? Wieso ruft der Papst die Christenheit nicht auf, das Gebot »Du sollst nicht töten!« einzuhalten? Das wäre christlich! Würden die Menschen mit der Zeit aufhören, ihre Übernächsten, die Tiere zu töten und aufzuessen, würden sie nicht nur Milliarden Tieren das Leben rettem, sondern auch viele Millionen Menschenleben. Das wäre Weihnachten im Sinne des Schöpfers.

Was meinen Sie, liebe Leser? Schreiben Sie uns!

Gott sprach in der Schöpfungsgeschichte:

„Dann sprach Gott:
Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten.
Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung.
So geschah es.
Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“

Genesis 1,29-31  


Der Prohet Jesaja:

„Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt...“
Jesaja 66, 3-4  


Verheimlichte Tierliebe Jesu

Als Kirchenvater Hieronymus vor ca. 1600 Jahren im Auftrag des Papstes die erste autorisierte Fassung der Bibel erstellte, stand er unter dem großen Druck der entstehenden Machtkirche und der politischen Kräfte. Themen wie die Wiedergeburt und die Lehren des Nazareners über einen friedfertigen Umgang des Menschen mit den Tieren fanden in der Kirchenbibel keinen Platz. Dass Hieronymus aber um die Tierliebe Jesu wohl wusste, belegt anschaulich folgendes Zitat:

»Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt, aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft ...
Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.«

Hieronymus (331-420), Adversus Jovinianum I,18 


Die Apostel und Jünger Jesu waren Vegetarier

Um zu wissen, was Jesus zum Thema Tierliebe und fleischlose Ernährung gelehrt hat, ist es nützlich zu wissen, wie Seine Apostel und Jünger es gehalten haben. Antike Texte, die bezeichnenderweise nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, sagen Folgendes aus:

Petrus
»Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich nur selten ein Gemüse zufüge.«
Clementinische Homilien, XII,6

Matthäus
»Matthäus lebte von Samenkörnern, Baumfrüchten und Gemüsen ohne Fleisch.«
Clemens von Alexandrien, Paidagogos II,1,16

Johannes
»...soll nach dem Bericht von [Kirchenvater] Epiphanius ebenfalls vegetarisch gelebt haben.«
Panarion omnium haeresium 78,13.4, zit. nach Carsten Strehlow, Vegetarismus/Veganismus als Bestandteil des Christentums, Berlin 2000, Seite 35

Jakobus
»Er genoss weder Wein noch Rauschtrank; auch aß er kein Fleisch.«
Eusebius, Kirchengeschichte II, 23,5-6

Der Religionswissenschaftler Carl Anders Skriver belegt, dass nach dem Zeugnis der Schriftsteller des 2. Jahrhunderts auch die Apostel Andreas, Philippus und Thomas sowie die Evangelisten Markus und Lukas und der Jünger Matthias, der nach dem Tod von Judas in den Kreis der zwölf Jünger hineingewählt wurde, Vegetarier waren.  


Dritte Welt: Hungern für die Fleischesser

- Weltweit hungern über 854 Millionen Menschen, trotz einer weltweiten Getreideernte von 1,57 Milliarden Tonnen (Wirtschaftsjahr 2006). Bei einer Weltbevölkerung von rund 6,6 Milliarden Menschen stünde jedem Menschen pro Tag 652 Gramm Getreide zur Verfügung.

- Doch 49% der jährlichen weltweiten Getreideernte und 90% der jährlichen Sojabohnenwelternte werden an 20 Milliarden »Nutztiere« verfüttert.

- Die Viehzucht ist bei weitem der größte Landnutzer auf der Erde; Weideflächen nehmen rund 29 Prozent der eisfreien Erdoberfläche ein; 33 Prozent der gesamten Ackerfläche werden für die Produktion von Futtermitteln verwendet. Insgesamt beansprucht die Viehzucht 70 Prozent des gesamten landwirtschaftlich genutzten Landes und 30 Prozent der Landoberfläche auf diesem Planeten.

- Die armen Staaten sind aufgrund der Überschuldung zum Teil gezwungen, hochwertige, für die menschliche Ernährung notwendige Pflanzennahrung als Viehfutter zu verkaufen. 60% der Futtermittel in der Massentierhaltung werden aus den Entwicklungsländern importiert.

- Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen. Bei der »Umwandlung« von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiß, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Fleischverzehr ist also die effektivste Form der Nahrungsmittelvernichtung.

- Auf der Fläche, die benötigt wird, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, könnte man im selben Zeitraum 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln ernten.

Der Vorwurf an Tierfreunde, sie sollten sich anstatt für Tiere lieber für die hungernden Menschen einsetzen, ist unbegründet, denn:

Würde die Menschheit vegetarisch leben, müsste kein Mensch auf diesem Planeten Hunger leiden!

- Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet unter Wassermangel. Zu diesem Ergebnis kommt die mit 700 Wissenschaftlern bislang umfangreichste Studie zum Thema Süßwasserversorgung (Comprehensive Assessment of Water Management in Agriculture). Die Wissenschaftler nennen als effektivste Methode, Wasser zu sparen, den Verzicht auf Fleisch. Denn für den Anbau von einem Kilo Getreide werden rund 2000 Liter Wasser verbraucht; um ein Kilo Fleisch zu produzieren, bedarf es der fünffachen Menge.

- Bis zum Jahr 2025 werden 65 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten leben, in denen die Wasserversorgung kritisch ist. Die Viehzucht benötigt 8 Prozent des globalen Wasserverbrauchs, hauptsächlich für die Produktion der Futtermittel.

- Bei einer Ernährung mit 80% pflanzlicher Nahrung und 20% Fleischanteil (in den Industrienationen macht der tierische Anteil heute sogar 30-35% aus!) beträgt der Wasserverbrauch zur Erzeugung der Nahrung pro Jahr 1300 m³, bei einer rein vegetarischen Ernährung nur rund die Hälfte.

 



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