Skandal: »Bündnis für Erziehung«

Familienministerin von der Leyen paktiert mit Großkirchen im »Bündnis für Erziehung«

Heftige Kritik hagelte es von allen Seiten, als die lutherische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihr »Bündnis für Erziehung« mit der Lutherkirche und der Vatikankirche startete. Es protestierten nicht nur der Zentralrat der Muslime und der Zentralrat der Juden, sondern auch die Arbeiterwohlfahrt und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Scharfe Kritik kam auch von der FDP, die von einem »Affront gegen andere Religionen« sprach und von den Grünen, die die Ministerin aufforderten, das »Bündnis für Erziehung« mit den beiden Kirchen zurückzuziehen. Kein Wunder: Nicht einmal die Frage der Verfassungswidrigkeit der evangelischen und katholischen Schulen, für die es deutliche Hinweise gibt, ist rechtlich hinreichend geklärt.

Kennt Frau von der Leyen das Grundgesetz?

Im »Bündnis für Erziehung« will Familienministerin von der Leyen gemeinsam mit Kardinal Sterzinsky von der Vatikankirche und Landesbischöfin Käßmann von der Lutherkriche »Grundlagen für die Werteerziehung im Elternhaus und im Kindergarten« erarbeiten. Die Familienministerin sieht Staat und Kirche auf das Engste verbunden und setzt staatliche und kirchliche »Werte« offenbar gleich.


Kennt Frau von der Leyen das Grundgesetz?

Das Grundgesetz garantiert nicht nur die Freiheit des Glaubens (Art. 4 GG) und die individuelle Religionsfreiheit (Art. 136 WR), sondern sagt unmissverständlich: »Es besteht keine Staatskirche« (Art. 137 WR). Das Grundgesetz spricht im Übrigen nicht von »Kirchen«, sondern von »Religionsgesellschaften«, denen allen gleiche Rechte zustehen.


Kinder in Gefahr?

Davon einmal ganz abgesehen: Welche Gefahren drohen eigentlich unseren Kindern und Jugendlichen, wenn die Kirchen die »Werte« für die Erziehung festlegen?

- Werden ungehorsame Söhne wieder gesteinigt wie in der Bibel gefordert?

- Gibt es Prügel unterm Kruzifix wie an der Herz-Jesu-Schule?

- Werden Kinder und Jugendliche geschlagen, erniedigt, eingesperrt und als Zwangsarbeiter missbraucht, wie es aus kirchlichen Heimen bekannt wurde?

- Wird es noch mehr Sexualverbrechen von Priestern an Kindern geben?

- Droht den Kindern und Jugendlichen psychische, materielle und geistige Abhängigkeit?


Katholische Kirche:
Störrische Söhne steinigen?


Die katholische Kirche verlangt auch heute noch die Anerkennung des Alten Testaments als »unaufhebbaren Teil der Heiligen Schrift« und bezeichnet es als »wahres Wort Gottes.« (Katechismus der Katholischen Kirche von 1993, 140).

Bis heute finden sich im Alten Testament seitenlange Aufforderungen zu Gewalttaten und Krieg bis hin zum Völkermord. Auch wird verlangt, Ehebrecher zu steinigen und Ungehorsam gegenüber dem Priester mit dem Tod zu bestrafen.

Besonders erschreckend die Anleitung zur Kindererziehung: »Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, ... sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen und er soll sterben.« (3. Mose, 21, 18-21)

Die Lehre der katholischen Kirche kann demnach als verfassungsfeindlich eingestuft werden, denn das Deutsche Grundgesetz schreibt fest: »Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.« (GG, Art. 2)


Luther-Kirche: Faschistoides System

Der Gründer der evangelischen Kirche, Martin Luther, forderte den Tod von Türken, Bauern und Andersgläubigen. In seinen Hetzreden gegen die Juden rief er dazu auf, »dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke« (Luther: »Von den Juden und ihren Lügen«. Wittenberg, 1543). Hitler berief sich in seinem Antisemitismus ausdrücklich auf Luther und bemerkte in »Mein Kampf«: »Ich tue nur, was die Kirche seit 1500 Jahren tut, allerdings gründlicher«. Doch bis in unsere Zeit hinein hat in der Luther-Kirche kein Umdenken stattgefunden: Zur Zeit veranstaltet die Luther-Kirche in Bayern Gedenkfeiern für Nazi-Bischof Meiser. Meiser predigte Anti-Semitismus in gemienster Form, kämpfte gegen die »Verjudung des Volkes« und ließ in »Gottesdiensten« für Hitler beten.


»Scheußlich mit Verbrechen belastet«

Der bedeutende Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner kommt zum Ergebnis: »Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.«
(Deschner: »Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden?«)


Psychische, materielle und geistige Abhängigkeit

Die Großkirchen sind in den Augen vieler Aussteiger gnadenlose Systeme, die bei ihren Mitgliedern Kritikfähigkeit und echte Gewissensbildung ausschließen und in eine geistige, psychische und materielle Abhängigkeit bringen. Eine Studie in Berlin ergab, dass 1/6 aller Ratsuchenden bei der Ärztlichen Lebensmüdenberatungsstelle an »ekklesiogenen« (= kirchenbedingten) Neurosen litt. (Süddeutsche Zeitung, 7.10.1998)

Diese Gefahr ist auch für die 500.000 Kinder und Jugendliche in konfessionellen Schulen zu befürchten. Das Weltbild der katholischen und evangelischen Kirchen ist in der Lage, Kinder in geistige Abhängigkeit zu bringen und psychisch zu gefährden, da es Angst und Unfreiheit verbreitet: Drohung mit ewigen(!) Höllenqualen, Zwang sich dem Papst zu unterwerfen u.v.m.:

- »Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.« (Neuner-Roos: Der Glaube der Kirche in Urkunden der Lehrverkündigung, Nr. 430)

- »Die Lehre der Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert. Die Seelen derer, die im Zustand der Todsünde sterben, kommen sogleich nach ihrem Tod in die Unterwelt, wo sie die Qualen der Hölle erleiden...«
(Katechismus der katholischen Kirche von 1993, 1034)


Verfassungswidrigkeit kirchlicher Schulen klären!


Die Frage der Verfassungswidrigkeit evangelischer und katholischer Schulen, für die es deutliche Hinweise gibt, ist also noch offen. Es wäre vor allem im objektiven Interesse der dort unterrichteten Schülerinnen und Schüler wünschenswert, wenn die nicht hinreichend geklärte Frage der Verfassungswidrigkeit überprüft und der Hintergrund der Genehmigung dieser Schulen neu aufgerollt würde.

Wenn der Staat sich dem Grundgesetz verpflichtet fühlt, muss er handeln!

Kardinal Law: Alleine in seiner Diozöse klagten 450 Opfer von Sexualverbrechen durch Priester. Der Schein heiligt die Mittel...



Kardinal Law:

In seiner Diozöse in Boston klagten 450 Opfer von Sexualverbrechen durch Priester. Im Zusammenhang mit landesweiten Pädophilie-Skandalen war Law nachgewiesen worden, dass er etliche Fälle von Kindesmisshandlung durch seine Priester vertuscht hatte, indem er die betreffenden Prälaten einfach in neue Pfarreien versetzte, wo diese dann weiter ihr Unwesen treiben konnten. Vielen ist Laws peinlicher Rücktritt vor vier Jahren als Oberhirte der Erzdiözese Boston noch im Gedächtnis. Wer nun aber hinter einem solchen Rücktritt die moralische Hand des Vatikans vermutet, liegt daneben. Probleme werden bei der Kurie bekanntlich gelöst, indem man sie verlagert. So nahm man Law lediglich aus der Schusslinie der amerikanischen Presse. Im Mai 2004 wurde er zum Erzpriester der römischen Basilika Santa Maria Maggiore ernannt und siedelte nach Rom über. Taktvollerweise ließ man Law dann in seiner neuen Funktion ungeniert am 11. April 2005 eine der Totenmessen im Petersdom für den verstorbenen Papst zelebrieren. Eine nette Geste gegenüber den Missbrauchsopfern, die vergeblich dagegen demonstrierten. Es wird die Gemüter der betroffenen Kinder auch sicherlich beruhigt haben, dass Law einer der erlauchten 115 Kardinäle war, welche die Wahl von Papst Benedikt eine Woche später bestritten...

Kirchliche Sexualverbrechen:



Pfarrer vergewaltigte eigene Tochter

Ein Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland hat zugegeben, 1985 seine damals 17-jährige Tochter vergewaltigt zu haben.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Geistliche seine Tochter im Ehebett in Abwesenheit der Mutter zum Beischlaf gezwungen haben. Nach Angaben der Anwältin des Opfers missbrauchte der Pfarrer seine Tochter zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr. Die Frau hatte über 20 Jahre geschwiegen. Als sie befürchtete, der Vater könnte sich auch ihrer Tochter nähern, ging sie zur Polizei.
(Quelle: Evang. Nachrichtenagentur IDEA, 22.3.2006)

US-Diözese muss 85 Millionen Dollar zahlen

Eine Diözese in Kentucky muss Hunderte Opfer von sexuellen Verbrechen durch Priesterentschädigen - mit insgesamt 85 Millionen Dollar.

Das Geld kommt 361 Klägern zugute, die alle von Geistlichen missbraucht wurden. Die Einigung ist eine der teuersten für die katholische Kirche mit amerikanischen Missbrauchsopfern.

Die Diözese Orange in Kalifornien erklärte sich 2004 zur Zahlung von 100 Millionen Dollar bereit, um 90 Kläger zu entschädigen.
(Quelle: SPIEGEL online, 1.2.2006)

Kirche gesteht massenhafte Sexualverbrechen

Die Erzdiözese Dublin hat zugegeben, dass sich 102 ihrer Priester an Kindern vergangen haben. Seit 1940 seien mindestens 350 Kinder Opfer von geistlichen Verbrechern geworden.

Die Kosten für die Erzdiözese: 5,8 Millionen Euro! Weitere Kosten kommen auf die Kirche jedoch noch zu, da 40 Verfahren noch in der Schwebe und viele weitere Fälle völlig ungeklärt sind. Der Erzbischof kündigte an: Um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, muss die Kirche einige ihrer Besitztümer verkaufen.
(Quelle: Spiegel online, 8.3.06)

Kirchliche Verbrechen an Kindern:



Kinder in kirchl. Heimen geprügelt und erniedrigt

Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahren Hunderttausende in kirchlichen Heimen auf. »Wir waren Zwangsarbeiter«, sagen sie heute.

In der Diakonie Freistatt beispielsweise mussten 14- bis 21-Jährige im Moor Torf stechen. Selbst zum Kirchgang mussten die Jugendlichen Beinschellen tragen. 1960 beanstandete das Landesjugendamt Hannover dort »die Verwendung von Forkenstielen, Torflatten, Pantoffeln und Besenstielen als Züchtigungsmittel«.
(Quelle: SPIEGEL online, 11.2.2006)

Prügelnde Lehrer an Herz-Jesu-Schule

Prügel unterm Kruzifix: Wegen wiederholter Misshandlungen von Schülern wird die Herz-Jesu-Realschule in Saarbrücken geschlossen. Zu häufig wurde nach Ansicht der Schulbehörde den Kindern der Lernstoff eingeprügelt.

Seit Jahren gab es immer wieder Prügel-Vorwürfe. 2005 war die kirchliche Schule abgemahnt worden, nachdem von Schlägen, Tritten und Schülerarrest in einem Keller berichtet worden war.

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein, das noch nicht abgeschlossen ist.
(Quelle: SPIEGEL online, 16.2.2006)

Themen DENK MIT Nr. 17:

   

Ministerin von der Leyen paktiert mit Großkirchen Skandal: Familienministerin von der Leyen paktiert mit Großkirchen im »Bündnis für Erziehung - Welche Gefahr droht für Kinder? Heftige Kritik hagelte es von allen Seiten, als die lutherische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihr »Bündnis für Erziehung« mit der Lutherkirche und der Vatikankirche startete. Es protestierten nicht nur der Zentralrat der Muslime und der Zentralrat der Juden, sondern auch die Arbeiterwohlfahrt und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Scharfe Kritik kam auch von der FDP, die von einem »Affront gegen andere Religionen« sprach und von den Grünen, die die Ministerin aufforderten, das »Bündnis für Erziehung« mit den beiden Kirchen zurückzuziehen. Kein Wunder: Nicht einmal die Frage der Verfassungswidrigkeit der evangelischen und katholischen Schulen, für die es deutliche Hinweise gibt, ist rechtlich hinreichend geklärt.

 

Großdemonstration am Ostersamstag Das hatte Würzburg noch nicht gesehen: Da zogen am Ostersamstag, mitten im Einkaufsrausch, über 1.200 Tierschützer aus vielen Ländern mit Lautsprechern und unzähligen Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt. Sie demonstrierten gegen das Leiden und die Qual der Tiere in der Massentierhaltung, in den Schlachthöfen, in Laboratorien und auf den Schlachtfeldern der Jäger in Wald und Flur.

 

Warum wurde die größte Osterdemo totgeschwiegen? Die Großdemonstration von Tierschützern am Ostersamstag war mit über 1.300 Teilnehmern die größte Osterdemonstration in Deutschland. Warum wurde sie in den Medien totgeschwiegen?

 

Reportagen vom friedvollen Land Wir erleben in diesen Tagen eine große Zeitenwende. Abseits vom Geschehen auf der Weltbühne, ganz im Stillen, wurde damit begonnen, auf einem noch kleinen Stückchen Erde die Jahrtausende alte Idee des Friedensreiches Wirklichkeit werden zu lassen...

 

Anti-Fleisch-Demo in München Nieder mit den Schlachthöfen! Menschen, esst kein Fleisch! Weg mit den Tierghetto-Wärtern! Am Samstag, den 18.02.2006 fand in München eine Großdemonstration mit über 500 Tierschützern statt. Unter dem Motto »Nieder mit den Schlachthöfen!«, »Menschen, esst kein Fleisch!« und »Weg mit den Tierghetto-Wärtern!« starteten die Tierfreunde um 12 Uhr am Sendlinger–Tor-Platz. Der Demonstrationszug führte über die Blumenstraße, die Frauenstraße und den Isartor-Platz zum Marienplatz. Dort fand eine große Kundgebung statt.

 

Vorankündigung: Große Anti-Fleisch-Demos Am 20. Mai in Heidelberg und am 29.7. in Düsseldorf: »Menschen, esst kein Fleisch!«

 

Vorankündigung: Int. Großdemonstration Würzburg Gott spricht: »Du sollst nicht töten« Internationale Großdemonstration in Würzburg gegen das Töten in Schlachthöfen, Laboratorien und bei der Jagd - Pfingstsamstag, 3.6.2006

   

Das Geheimnis der Lüge: Eine Lüge ist keine Lüge - In unserer letzten Ausgabe befassten wir uns mit der modernen Inquisition der Amtskirchen. Rufmord und Verleumdung werden dabei juristisch unanfechtbar, wenn eine Lüge sprachlich geschickt in die Form einer Meinungsäußerung gekleidet wird. Was wir dabei übersehen haben, ist, dass in diesem Fall - nach Meinung von Juristen - die »Lüge« auch nicht als »Lüge« bezeichnet werden darf.

 

»Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm Von dem Liedermacher Reinhard Mey stammt der Ausspruch: »Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm!« Liebe Leserinnen, liebe Leser, wollen Sie zu den Dummen oder zu den Armen gehören? - Wenn Sie weder zu den Armen noch zu den Dummen gehören wollen, dann machen Sie es, wie schon viele andere vor Ihnen: Treten Sie aus!





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Denk Mit Nr. 17 April 2006
Großdemonstration am Ostersamstag