Der Beitrag der Kirchen für die Gesellschaft

Bundespräsident Horst Köhler warnte während des Festaktes zum Jahrestag des Augsburger Religionsfriedens davor, »die Kirchen aus Bereichen hinauszudrängen, in denen sie über Jahrhunderte und über Konfessionsgrenzen hinweg erfolgreich ihren Beitrag geleistet haben.« An welchen Beitrag der Herr Bundespräsident wohl dabei denkt?

 



Beim Weltjugendtag goss Bundespräsident Köhler Hohn und Spott über Jesus, den Christus aus: Er begrüßte Herrn Ratzinger mit »Heiliger Vater«. Jesus sagte bekanntlich: »Ihr sollt euch nicht Vater nennen, denn nur einer ist eurer Vater, der im Himmel...«

Kreuzzüge

Denkt er etwa an den Beitrag der Kirchen an Kreuzzügen? Millionen Menschen verloren auf Geheiß des Papstes - »Gott will es« - ihr Leben.

 



7 Mal riefen Päpste zu Kreuzzügen ins »Heilige Land« auf, die Millionen Menschen das Leben kosteten. Beim Kreuzug gegen die urchristlichen Katharer (Bild) starben Zehntausende andersgläubiger Christen auf Geheiß der Kirchen.

Inquisition

Oder meint der Herr Bundespräsident den Beitrag der Kirche zu Inquisition, Hexenverbrennung und Verfolgung von so genannten »Ketzern«? Unzählige Menschen wurden aufgrund kirchlicher Volksverhetzung brutalst gefoltert, gequält, gemartert und abgeschlachtet - die Anleitung dazu, den so genannten Hexenhammer verfassten zwei Dominikanermönche.

 



Ketzerverfolgung früher 



Verbrennung von Andersgläubigen, so genannten »Ketzern«. In der kirchlichen Inquisition zwischen dem 13. - 18. Jahrhundert wurden Millionen Menschen nach grausamen Folterungen umgebracht (manche Historiker sprechen bis zu 10 Millionen Menschen) - und auf einen verbrannten »Ketzer« kamen etwa 10 weitere, die gefoltert und zu langjährigen Kerkerstrafen verurteilt wurden...

Holocaust

Oder dachte Bundespräsident Köhler an den Beitrag der Kirche zum Holocaust? Speziell Martin Luther hat sich durch seinen Antisemitismus und seine Anleitung zur Judenverfolgung hervorgetan. Er forderte, »...dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien.« Hitler berief sich in seiner Judenverfolgung auf Luther: »Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher«.

 



Vielleicht dachte der Bundespräsident aber auch an die Beiträge der Kirche in jüngerer Zeit. Etwa den Beitrag zu Gewaltverbrechen an Kindern, mit denen Kirchenvertreter in den letzten Jahren Schlagzeilen machten, und aufgrund derer heute Eltern zu Recht zögern, ihre Kinder in die Hände von Geistlichen zu geben, bevor sie nicht Opfer eines Sexualverbrechens werden.
Pfarrer nach Konsum von Kinderpornos verurteilt
Sexualverbrechen an Kindern durch Priester

Doch vermutlich dachte er bei seinen Worten nicht an die Blutspur und die Verbrechen der Kirche in Vergangenheit und Gegenwart. Vielleicht hatte er das soziale Engagement der Kirchen im Sinn? Doch sicherlich ist Herrn Köhler als Bundespräsident bekannt, dass weniger als 8% der Kirchensteuern öffentlichen sozialen Zwecken zukommen! 90-100% der kirchlichen (!) Sozialeinrichtungen werden vom Staat subventioniert - und zwar aus dem allgemeinen Steuertopf. Ein Beispiel: 10 % eines kirchlichen Kindergartens finanziert die Kirche, 15 % die Eltern und 75 % der Staat! Das kostet den Staat jährlich 10 Milliarden Euro. Insgesamt subventioniert der Staat die Kirche mit 24 Milliarden Euro jährlich.

Als Bundespräsident eines freien Rechtsstaats sollte sich Herr Köhler von der unchristlichen, verbrecherischen Vergangenheit der Kirchen distanzieren und dafür sorgen, dass die Subventionen des Staates an diese unheilvollen Organisationen sofort eingestellt werden!


Druckbare Version


Religions-Unfreiheit in der Schweiz
Bund der Steuerzahler: Größte Verschwendung