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Weshalb Küng und nicht Mynarek? |
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Zwei Theologie-Professoren machten in den 70-er Jahren von sich reden. Der eine Hans Küng aus Tübingen, äußerte gewisse Zweifel an der Unfehlbarkeit des Papsttums - ohne sie aber grundsätzlich abzulehnen (siehe Kasten). Der andere, Hubertus Mynarek aus Wien, schrieb einen offenen Protestbrief an den Papst. Beide verloren ihre Lehrerlaubnis - doch ihr weiterer Weg verlief äußerst unterschiedlich. Weshalb? Weil der eine konsequenterweise aus der Kirche austrat und der andere nicht.
Die Kommentatoren überschlugen sich mit Lob für den neuen Papst: Nach den Rechtsauslegern vom Lebèbvre-Clan empfing Ratzinger auch den Schweizer "Theologen-Rebellen" Hans Küng zu einer Privataudienz in seiner Sommerresidenz. Man hoffe nun auf den "Beginn einer Erneuerungsphase innerhalb der katholischen Kirche", so dpa (28.9.05). Der Papst habe eine "kluge Stilwende vollzogen", freute sich Pater Eberhard von Gemmingen vom Radio Vatikan.
Schön ausgedrückt. Doch eine "Stilwende" ist eben nun mal keine Inhaltswende. Auf die werdet ihr lange warten, liebe Kommentatoren.
Betrachten wir das Ganze mal etwas nüchterner: Ist der emeritierte Theologieprofessor Hans Küng wirklich der große "Rebell", als der er sich gerne feiern lässt?
Der Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner schrieb bereits 1988 in seinem Buch "Der gefälschte Glaube": "Und es ist grotesk, ja satirereif, dass dieser Mann, der seit Jahren vermutlich mehr Publizität genießt als jeder andere Theologe unserer Zeit, der weiterhin einen wohldotierten Lehrstuhl, weiterhin ein hohes ansehen, weiterhin ein Millioneneinkommen aus seinen Büchern hat, ringsum von der Presse zu einem Märtyrer, einem zweiten Galilei hochgejubelt wird, als schrieben unsere Zeitungen Idioten" (S. 207).
Dem ist auch nach 17 Jahren kaum etwas hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass Küng inzwischen eine deutsche Staatspension genießt. Der deutsche Steuerzahler, der aufgrund des Hitler-Konkordats mit dem "Heiligen Stuhl" von 1933 noch immer die Ausbildung der Theologen an seinen Hochschulen finanziert, ermöglicht es Herrn Küng, seine "Rebellenrolle" bequem weiterzuspielen. Auch der Entzug der Lehrerlaubnis durch die kirchliche Obrigkeit 1979 tat dem keine Abbruch: Nach dem Konkordat durfte Küng seither keine Theologen mehr ausbilden - er erhielt aber einen anderen, eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl, weil er nach deutschem Beamtenrecht unkündbar ist.
Dieses Glück hatte der damalige Dekan der theologischen Fakultät der Universität Wien, Hubertus Mynarek, nicht, als er 1972 in einem Brief an den Papst seinen Kirchenaustritt bekannt gab. In Österreich gelten andere Regelungen: Er verlor mit der kirchlichen Lehrerlaubnis nicht nur seine Professorenstelle, sondern auch seine berufliche Existenz, wurde von Bischöfen und Kardinälen mit Beleidigungsprozessen überzogen, an deren Ende man nicht nur sein Haus, sondern auch seine Schreibmaschine pfändete.*
Und weshalb? Weil Mynarek - im Unterschied zu Küng oder Drewermann - konsequenterweise aus der Kirche austrat. Deshalb wird er im Gegensatz zu Küng auch nie von Papst Ratzinger empfangen werden. Während die Bücher Küngs und Drewermanns nach wie vor auch in kirchlichen Buchhandlungen zu haben sind, während beide im Sommer 2004 beim Katholikentag in Ulm offiziell auftreten durften, hat der erfolgreiche Buchautor Mynarek enorme Schwierigkeiten, überhaupt noch Verlage für seine Bücher zu finden. Der lange Arm der Kirche verfolgt "Abtrünnige" gnadenlos ...
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Kirchenkritiker Prof. Dr. Hubertus Mynarek Er war Professor für vergleichende Religionswissenschaften und Dekan an der Universität Wien. |
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In einem Briefwechsel mit Mynarek begründete Küng sein Verbleiben in der Kirche unter anderem damit, dass er nicht bereit sei, die "Kirchengemeinschaft dem heute notorisch unfähigen und vielfach unwilligen Apparat zu überlassen". Mynarek antwortete, man könne eben die "Kirchengemeinschaft" nicht ohne den Apparat, ohne Bischöfe und Päpste haben: "Wer das katholische System von der katholischen Glaubensgemeinschaft unterscheidet, der ist wie ein Autobesitzer, der seinen Wagen trotz fehlenden Lenkrads und Steuerungssystems für fahrtüchtig hält" (Herren und Knechte der Kirche*, S. 454).
Mynarek kommt daher zu dem Schluss: "Auch der progressivste Theologe stützt noch das katholische System."** Und Karlheinz Deschner fügt hinzu: "Er stützt es am meisten!" (Der gefälschte Glaube, S. 207) Er gibt den Kirchenmitgliedern das Gefühl, sie könnten auch mit abweichenden Meinungen in der Kirche verbleiben. Dabei steht in der Dogmensammlung der Katholischen Kirche "Der Glaube der Kirche" von Neuner-Roos unter der Randnummer 85 unmissverständlich zu lesen: "Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene und die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen".
Natürlich hat Papst Ratzinger kein Interesse daran, die Gläubigen darüber aufzuklären, dass jeder Katholik, der auch nur ein einziges Dogma der Kirche in Zweifel zieht, sich selbst automatisch exkommuniziert hat. Statt dessen sonnt er sich lieber im Glanze höfischer Kommentare und verkauft die stachligen Kakteen aus seinen Vatikanischen Gärten als wunderbare Rosen einer neu ausgebrochenen Liberalität.
* Näheres hierzu ist nachzulesen in dem Buch von Hubertus Mynarek, "Herren und Knechte der Kirche", Ulm 2002, zu bestellen über Verlag Das Weiße Pferd, Max-Braun-Sr. 2, 97282 Marktheidenfeld, www.das-weisse-pferd.com, Fax 09391/504210 ** Dieser prägnante Satz findet sich in der ersten, aufgrund der erwähnten Beleidigungsprozesse verbotenen Auflage von Herren und Knechte der Kirche (1973), S. 277
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Während die Bücher Küngs und Drewermanns nach wie vor auch in kirchlichen Buchhandlungen zu haben sind, hat der erfolgreiche Buchautor Mynarek enorme Schwierigkeiten, überhaupt noch Verlage für seine Bücher zu finden. Der lange Arm der Kirche verfolgt »Abtrünnige« gnadenlos!
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Küngs Etikettenschwindel |
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Unfehlbar? Unfehlbar!
Alle Welt glaubt bis heute in nahezu ehrfürchtiger Bewunderung, dass der "mutige" Hans Küng die Unfehlbarkeit des Papstes in Abrede gestellt habe. Doch wer hat das Buch "Unfehlbar?" wirklich gelesen?
Hubertus Mynarek hat. Der Theologieprofessor, der 1972 durch seinen Kirchenaustritt tatsächlichen Mut bewies, hat sich in seinem Buch "Herren und Knechte der Kirche"* eingehend mit Küngs Auffassungen beschäftigt. Er kommt zu dem Schluss:
"Aber es lassen sich viele Texte aus seinem Buch Unfehlbar? anführen, die beweisen, dass Küng ein unfehlbares Bleiben und Gehaltensein der Kirche in der Wahrheit trotz aller satzhaften Irrtümer nie geleugnet hat, dass er dem neuen Gottesvolk sogar Heilsgewissheit zuspricht, womit es der übrigen Menschheit etwas Entscheidendes voraushat" (S. 443).
In ähnlicher Weise schreibt Karlheinz Deschner über Küngs Buch, dieser habe "seine schonsamen, ja so fürsorglichen Angriffe auf ein Dogma kapriziert, nicht um es zu entlarven, sondern um es weniger angreifbar zu machen, und dabei die Welt vergessen lässt, dass die anderen - wie oft durch Verbrechen und Gaunerei erstrittenen - Glaubenssätze dieser Kirche doch genauso unlogisch, widervernünftig, absurd und historisch-kritisch leicht zu widerlegen sind ..." (Der gefälschte Glaube, S. 206)
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Bund der Steuerzahler: Größte Verschwendung Offener Brief an Kardinal Meisner:
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