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Wer bedroht wirklich die Familie? |
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Die letzte Botschaft des Jahres 2006 widmete Papst Ratzinger in seinem Silvestergottesdienst »allen Familien in der Welt«. Die Familien, hob der Papst hervor, seien »die lebendige Zelle der Gesellschaft« sowie ein Zeichen für die Zusammengehörigkeit der Menschheit. Dennoch seien die Grundlagen der Familie von der zeitgenössischen Kultur bedroht, die auf ihre Auflösung hinwirke. Da wollte der Ratsvorsitzende der deutschen Lutherkirche, Bischof Wolfgang Huber, nicht zurückstehen: Er rief dazu auf, das Jahr 2007 zum »Jahr der Familie« zu machen.
Doch wer bedroht eigentlich die Familie? Wirklich nur die »zeitgenössische Kultur«, unter welcher der Papst vermutlich unter anderem Homosexualität, Ehescheidung und Sexpostillen versteht?
Wenige Tage vor dieser Predigt sang man in fast allen katholischen Kirchen in Deutschland das alte Weihnachtslied »Es ist ein Ros entsprungen«, und zwar mit der ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammenden Zeile »... hat sie ein Kind geboren, und blieb doch reine Magd.« Seit rund 400 Jahren wird dieser Vers zu der wunderschönen Melodie des Michael Prätorius gesungen. Doch was bedeutet er? Lieder sind Botschaften. Das gesungene Wort prägt sich stärker noch als das gesprochene in das Unterbewusstsein ein. Welche Botschaft wird den Gläubigen hier eingetrichtert?
Maria blieb also eine reine Magd, ein Jungfrau. Das heißt doch: Alle »normalen« Eltern, die sich ein Kind wünschen und die es auf natürlichem Wege zeugen und zur Welt bringen, sind demnach unrein. Sie hätten sich bei der Zeugung »befleckt«, wie man im Katholizismus sagt. Sie leben quasi in Sünde. Das aus dem Heidentum stammende Dogma der Jungfrauengeburt wertet die Masse der Menschen schlichtweg ab, stempelt sie zu Unreinen.
Die Protestanten haben zwar die »reine Magd« frühzeitig aus dem Liedtext entfernt und den Vers mit »...welches uns selig macht« oder »... wohl zu der halben Nacht« beendet. Doch Religionsgründer Martin Luther hat durchaus an die Jungfrauengeburt geglaubt. Heute dürfen Theologen zwar in der Lutherkirche ihre Zweifel an dieser Lehre äußern, ohne - wie auf katholischer Seite Uta Ranke-Heinemann - gleich die Lehrerlaubnis zu verlieren. Doch die Lutherkirche hat sich bis heute nicht grundsätzlich von Luthers Auffassung distanziert. Man lässt es einfach offen: Jeder soll sich selbst seinen Reim darauf machen. Damit hält man aber weiterhin für möglich, dass Gott die Naturgesetze außer Kraft setzt und die natürliche Zeugung eines Kindes als »befleckte Empfängnis« einstuft. Im »Apostolischen Glaubensbekenntnis«, das von Katholiken wie Protestanten gleichermaßen gebetet wird, heißt es jedenfalls klipp und klar: » ... geboren aus der Jungfrau Maria«. Damit machen beide Kirchen das natürliche Leben verächtlich, weil sie natürliche Lebensvorgänge mit dem Schleier heidnischer Geheimnistuerei umgeben. Alle reden sie also von der Familie und wollen sie erhalten und fördern. Doch unterschwellig untergraben sie das Selbstwertgefühl von Mann und Frau. Das mag katholisch sein oder auch lutherisch - christlich ist es nicht.
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Vorsicht bei alten Liedtexten! |
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Singen ist schön. Alte Lieder und Melodien sind schön. Aber sind die Text auch alle schön? Soll man sie einfach so singen, wie sie dastehen, weil es so Tradition ist?
Nehmen wir einmal das gerade hinter uns liegende »Weihnachtsfest«. Bei genauer Betrachtung erweisen sich zahlreiche Liedtexte auch bei wohlwollender Betrachtung als in haaresträubender Weise theologisch verseucht.
In »O Du fröhliche« hat sich die aus heidnischen Mysterienkulten stammende Opfer-Mythologie breit gemacht: »Christ ist erschienen, uns zu versühnen.« Dahinter steckt die absurde Vorstellung, Gottes eingeborener Sohn hätte »geopfert« werden müssen, um den »zornigen« Gott-Vater wieder zu »versöhnen«. Kann das ein liebender Vater sein?
Oder nehmen wir »Lobt Gott, ihr Christen allzugleich«. Da wird allen Ernstes behauptet, Gott würde die Tür zu seinem Himmelreich nur ab und zu aufsperren, vor allem natürlich an Weihnachten. Und er habe normalerweise sogar einen Engel davor gestellt, der außerhalb der Öffnungszeiten niemanden hineinlässt: »Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis. Der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis!«
Das ist das genaue Gegenteil von dem, was Jesus von Nazareth lehrte: »Das Reich Gottes ist inwendig in euch!« Wenn es aber in uns ist, dann können wir in jedem Augenblick dorthin gelangen!
Wer hat sich nun solche Texte ausgedacht, die vielleicht katholisch oder lutherisch sind, aber niemals christlich? Es war unverkennbar die Priesterkaste, die immer schon behauptet hat, die Schlüssel zum Himmelreich zu besitzen, die sie dann nur gegen klingende Münze und entsprechendes Wohlverhalten zu benutzen pflegt.
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Druckbare Version
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Kirche: Sex-Verbrechen
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