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Von Fresszetteln und frommen Krabbeltouren |
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Schluckbildchen - seltsamer Aberglaube, vom Papst unterstützt |
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Katholischer Aberglaube in Brasilien und Bayern
Ob er sich das in Europa auch getraut hätte? In Brasilien sprach Papst Ratzinger ausgerechnet einen Priester heilig, der im beginnenden 19. Jahrhundert angeblich mit kleinen Papierkügelchen Wunder vollbrachte. Bis heute werden sie von Tausenden Gläubigen andächtig verschluckt - und die Kirche macht ein gutes Geschäft damit.
Besonders skurril: Es gibt zwei offiziell von der Kirche als »Wunder« anerkannte Vorfälle, die zur Heiligsprechung von Bruder Galvao geführt haben: Zwei zuvor kinderlose Frauen wurden schwanger. Der Witz ist, dass auf den Papierkügelchen eigentlich das Gegenteil steht: Dort wird Maria, die »unbefleckte Jungfrau«, um Beistand gebeten...
»Fresszettel«, also Heiligenbildchen, die verschluckt wurden, gab es bis vor wenigen Jahrzehnten auch in mitteleuropäischen Wallfahrtsorten zu kaufen. Inzwischen schweigt man hierzulande eher über dieses Kapitel des katholischen Aberglaubens. Doch andere Auswüchse desselben werden nach wie vor gepflegt, gerade im Heimatland des Papstes: in Bayern...
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Schluckbildchen wie es sie bis vor einigen Jahrzehnten auch hierzulande gab. Diese Heiligenbilder waren jahrhundertelang in Europa ein Bestandteil der Hausapotheke. Bei einem inneren Leiden schluckte man eines dieser Bildchen und hoffte durch die Kraft des Heiligen auf Linderung. |
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Was soll man z.B. davon halten, wenn erwachsene Menschen durch ein Loch krabbeln, das in der Mitte eines hüfthohen Felsens einen schmalen Durchlass freigibt? Eine sportliche Übung? Oder ein Beschwörungsritual australischer Ureinwohner? Schon näher dran: Der Fels steht in einer bayerischen Wallfahrtskirche, und das andächtige Hindurchkrabbeln soll in vielfältiger Weise heilsame Wirkung haben.
Katholischer Aberglaube: Marienstatuen und wundertätige Medaillen...
Das Bayerische Fernsehen, das diese Szene zeigte, lässt nichts unversucht, den immer »ungläubiger« werdenden Bürgern den Nutzwert einer traditionellen Volksfrömmigkeit nahezubringen. In der Sendereihe »Stationen« (31.1./7.2.07) waren kleine Jesuspuppen zu sehen, die vor Weihnachten jeder Gläubige einmal in die Hand nehmen darf, oder Marienstatuen, die von Haus zu Haus wandern; wundertätige Medaillen wurden in der Altöttinger Gnadenkapelle an Kinder verteilt, oder man verbrannte feierlich Kräuter in einem Haus, in dem man »arme Seelen« vermutete. Vermutlich hat man sich aus nahe liegenden Gründen noch auf vergleichsweise harmlose Beispiele beschränkt ...
Als »Experten« befragte Theologen gaben selbst zu, dass »vieles davon auf vorchristliche Kulte zurückgeht«. Die Heiligen - ähnlich wie früher die »Götter« in heidnischen Kulten - seien »die Mittler zwischen Christus und den Menschen«.
Als ob Christus, der mit Seiner Kraft in jedem Menschen wohnt, einen Mittler bräuchte...
Ungeschminkt konnte man in diesen Sendungen studieren, wie den Menschen statt eines selbstbestimmten, aktiven Glaubens ein naiver Kinderglaube anerzogen worden war. So berichtete eine weit über 70-jährige Frau: »Eine Nonne hat mir als Kind einmal gesagt: Wenn ich jeden Tag drei `Gegrüßet-seist-du-Maria´ bete, werde ich gerettet. Das ist das Beruhigende!«
Ein Priester im Wallfahrtsort Maria Vesperbild wurde gezeigt, der in der Predigt mit bedeutungsvoller Miene und vielen rhetorischen Kunstpausen verkündete: »Machen Sie aus dem Dreck Ihres Alltags, aus dem Schmutz Ihrer Sünden das Gold der Ewigkeit, indem Sie die Schutzfrau Bayerns anrufen und Ihren Alltag heiligen lassen.«
Jesus lehrte keine heidnischen Kulte: »Wer diese Meine Lehre hört und sie tut, ist ein kluger Mann...«
So einfach ist das: Zu Maria beten und alles wird gut. Kein Wort darüber, wie man das Negative in seinen Gefühlen, Gedanken und Worten erkennen, analysieren, bereuen und mit Christus und gegebenenfalls mit dem Nächsten bereinigen kann, indem man vergibt, um Vergebung bittet, Schaden wiedergutmacht und das Erkannte nicht mehr tut. Aus katholischer Sicht ist das alles unnötig. In die Kirche laufen, Wallfahrten unternehmen, heidnische Rituale befolgen - und fleißig zahlen, das reicht. Ansonsten kann man so bleiben, wie man ist.
Kann man ja auch. Aber dann soll man das Ganze bitte als »katholisch« und nicht als »christlich« bezeichnen.
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Kinder aus Afrika: bitten Tiere um Vergebung Die Wahrheit über Jesus von Nazareth
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