Die Kirche und die Frauen - eine traurige, eine skandalöse Geschichte. Jahrhundertelang hat die Vatikankirche die Frauen unterdrückt, als »minderwertige Wesen« missachtet, in Klöstern ausgebeutet und missbraucht, als »Hexen« verbrannt. Und auch heute noch sind sie in der kirchlichen Hierarchie Menschen zweiter Klasse geblieben. Aber ab und zu muss man den Ausgeschlossenen ein wenig Honig um den Mund schmieren, damit sie bei der Stange bleiben.

 



Daher hat Papst Benedikt bei seiner Audienz am 14.2.07 die »Bedeutung der Frauen in der Kirche« betont. Im Umfeld von Jesus habe es zahlreiche Frauen »in verantwortungsvollen Funktionen« gegeben. Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin habe Maria Magdalena als »Apostolin der Apostel« bezeichnet. Die Tatsache, dass Frauen »prophetisch reden« können, relativiere nach seiner Auffassung die Aussage des Paulus, dass Frauen in der Gemeinde zu schweigen hätten.

Liebe Leserinnen: Lasst euch nicht einlullen! Denn scheinheiliger geht es kaum. Wer war es denn, der den Frauen, die »verantwortungsvollen Funktionen«, die sie im frühen Christentum noch hatten, weggenommen und bis heute (!) vorenthalten hat? Das war doch die Kirche, die Jesus nie gegründet hat und die Sein Erbe ins genaue Gegenteil verkehrte. - Doch es kommt noch dreister: Ausgerechnet Thomas Aquin wird uns vom Papst als Frauenfreund verkauft. Thomas von Aquin, für den Frauen ein »Missgriff der Natur« waren, ein im Vergleich zum Mann »unvollkommenes Wesen«, dessen Wert »in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen« liege. Genügt das?
Tatsächlich steht in der Bibel, dass Frauen in den frühchristlichen Urgemeinden die Gabe der prophetischen Rede besaßen. Doch wer hat denn den Prophetischen Geist in den Gemeinden zum Schweigen gebracht, bei Frauen und Männern gleichermaßen, und das Dogma und die Herrschaft der Priesterkaste an seine Stelle gesetzt? Wiederum die Kirche! Wenn Ratzinger die Prophetie in den Mund nimmt, dann ist das so ähnlich, wie wenn ein Raubmörder mit den Schätzen des Bestohlenen hausieren geht, um allen zu zeigen, wie reich er doch ist.

Und Paulus? In der Tat liegt ein Widerspruch darin, dass der Apostel einerseits die Gabe des prophetischen Wortes erwähnt, sie andererseits den Frauen vorenthalten will. Doch der Vatikankirche scheint dieser Widerspruch gleichgültig zu sein, denn sie hat sich längst festgelegt: Die Bibel, das ist dogmatisch einbetoniert, ist von hinten bis vorne Gottes Wort. Wer an diesem Dogma zweifelt und am Wahrheitsgehalt der Bibel herumkritisiert, der zweifelt an einem unfehlbaren kirchlichen Lehrsatz und hat sich nach katholischer Lehre damit automatisch selbst exkommuniziert. Peinlich, Herr Ratzinger!

Wer glaubt, dass die Frau ein Missgriff der Natur ist, kann das gerne glauben - er sollte sich dann aber katholisch nennen und nicht christlich!


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Die fleischliche Auferstehung und Kirchensteuer